ER KAM, SAH UND SIEGTE!

01.11.2021

Am 30.10 & 31.10.2021 fanden, unter der perfekten Leitung von Robert Kreisl, die Mindsport Games in Graz statt. Mindsport deswegen, weil neben dem Backgammonturnier auch gleichzeitig ein Schachturnier abgehalten wurde. Und das Interesse dieser Veranstaltung übertraf, zumindest im Vorfeld, die Erwartungen des Veranstalters, der sich Wochen zuvor bereits bei den nationalen Backgammon- und auch Schachassen über deren möglichen Start erkundigte. 

Doch die Euphorie des Veranstalters erhielt einen leichten Dämpfer, als einige Backgammonspieler, ein paar Tage vor Turnierbeginn, krankheitsbedingt oder auch aus familiären Gründen ihren Start absagen mussten. Dennoch liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der große Spielsaal wurde mittels Trennwänden hervorragend abgetrennt, turniergerechte Tische samt bequemer Stühle aufgestellt und auch die, im Erdgeschoß angesiedelte, Gastronomie war bestens aufgestellt und kontrollierte auf Hochtouren die Covid-19 verpflichtende 3G-Regel. 

Gespielt wurde im Round Robin Format 9 Runden a 9 Punkte und neben den Steirern fanden sich auch einige Wiener Backgammonspieler ein.                                                                                 
So auch die beiden Newcomer Thomas Nosseck und Toader Mihai Sandu, welche mit - ja man kann ihn mittlerweile als Veteran bezeichnen- Mario Lazzer gemeinsam die Reise nach Graz antraten. Und während Experten, Insider und Fans der Backgammonszene im Vorfeld über die Favoritenrolle bei den Mindgames diskutierten, trauten nicht viele den "Greenhorns" Thomas Nosseck und Toader Mihai Sandu den großen Wurf bei diesem Turnier zu.                                          

Ein Umstand, den die beiden allerdings zu ihrem Vorteil nutzen wollten. "Bisher konnten wir 2021 - natürlich auch Covidbedingt- fast nur online spielen und freilich auch ein wenig aufzeigen. Aber vielleicht war das noch etwas zu wenig. Von daher haben wir hier nichts zu verlieren. Die anderen Spieler dürften uns ja auch nicht wirklich am Schirm haben, was wir zu unserem Vorteil nutzen könnten. Daher können wir hier frei und ohne Druck aufspielen und dieses Turnier einfach genießen", sprach der 36jährige Thomas eine im Vorfeld durchgeführte Umfrage unter den Backgammonstars an, die den beiden wenig Chancen prophezeiten. 

Beide Turniere begannen gleichzeitig und während so mancher Schachspieler neidisch das eine oder andere Backgammonmatch beobachtete, da das Backgammon auf jeder Seite eine Figur (Checker) weniger hat als Schach, wusste so mancher Backgammonspieler im Vorbeigehen, dass in der einen oder anderen Schachpartie der Bauer auf E6 gezogen werden sollte. 

So gering die Erwartung der "Kollegenschaft" in Toader Mihai Sandu auch gewesen sein mögen und so schwierig allgemeine Erwartungen angesichts des wenig vorhandenen Live Spiels in diesem ungewöhnlichen "Lockdownjahr" auch einzuschätzen waren, so verfügte der gebürtige Rumäne durchaus auch über eine eigene hohe Erwartungshaltung, die angesichts seines spielerischen Potentials bei den Mindgames für Furore sorgen sollte. Dies bekam in der ersten Runde auch gleich mal Mario Lazzer zu spüren, über den Mihai in Rekordzeit hinwegfegte und ihm keine Chance ließ. Der sichtlich gebeutelte Mario Lazzer, der nicht wusste wie ihm geschieht, brauchte danach erstmal Frischluft und verschwand für einige Zeit, weshalb die zweite Runde auch etwas verspätet gestartet werden musste. Und in dieser Tonart ging es weiter, Weder Steirer noch Wiener konnten Mihai stoppen und so gewann er Runde für Runde und damit auch ungeschlagen das gesamte Turnier. Für Mario Lazzer und dem ewig unglücklich spielenden Heinz Jahrbacher blieben immerhin noch der zweite und dritte Platz übrig, über die sie sich angesichts der fulminanten Leistung von Toader Mihai Sandu dennoch recht zufrieden zeigten. 

"Es ändert schon einiges, wenn man solche Titel gewinnen kann. Das sind Titel an denen man gemessen wird. Dieses Turnier gewinnt man nicht einfach so im Vorbeigehen, da muss man schon Top drauf sein und deshalb bin ich stolz darauf, hier in dieser Stadt abgeräumt zu haben. Und ich habe vor, dass in Zukunft der eine oder andere Turniersieg dazukommt", betonte der Sieger.  Eine Kampfansage die, angesichts seiner dominanten Leistung in Graz, bei so manchem Spieler für Gänsehaut sorgen wird. 

Aber nicht nur der Sieger setzte hier ein Ausrufezeichen. So zeigte auch Andrea Riebler mit starkem Spiel auf und bewies einmal mehr, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Ebenfalls überzeugen konnte auch Andreas Sauseng. Andreas, der nach knapp 30 Jahren Backgammonpause wieder zu der Faszination zurückgefunden hatte, konnte mit seinem ruhigem und durchdachtem Spiel ebenfalls aufzeigen. 

Alles in allem war es ein sehr gelungener Event. Gratulation und ein Dankeschön auch dem Veranstalter Robert Kreisl, der beide Turniere zu jeder Zeit stets im Griff hatte und tolle Übersicht bewies. Wir freuen uns bereits jetzt auf eine Fortsetzung dieses Turnieres im nächsten Jahr. Am Ende lud der Triumphator noch zu Getränken ein und sorgte so auch für einen gesellig lustigen Turnierabschluss.